Ideale Lagertemperaturen für verschiedene Cannabisprodukte
Die optimale Temperatur zur Aufbewahrung von Cannabis hängt direkt von der Art des Produkts ab, das du lagern möchtest. Verschiedene Formen erfordern unterschiedliche Kühllösungen, um Qualitätseinbußen zu verhindern.
Getrocknete Blüten
Für deine getrockneten Blüten liegt die ideale Lagerspanne zwischen 15 und 21 Grad Celsius. Steigen die Temperaturen über 25 °C, beginnt die Zersetzung wichtiger Cannabinoide und Terpene, was unweigerlich zu einem Verlust von Geschmack, Geruch und Wirkung führt. Temperaturen unter 10 °C hingegen können die empfindlichen Harzdrüsen (Trichome) spröde machen und so die Wirkstoffkonzentration reduzieren.
Cannabis-Extrakte
Stabile Konzentrate, beispielsweise Haschisch, können bei Bedarf im Gefrierfach aufbewahrt werden. Hierfür ist eine sorgfältige Verpackung erforderlich: Wickle den Extrakt in Backpapier und platziere ihn in einem verschlossenen, lichtgeschützten Glasbehälter.
Edibles und Lebensmittel
Cannabis-haltige Lebensmittel (Edibles) sind bei Raumtemperatur nur wenige Tage haltbar und im Kühlschrank etwa eine Woche. Für eine langfristige Konservierung über mehrere Monate hinweg ist das Einfrieren dagegen die geeignete Methode, vorausgesetzt, die Verpackung ist für das Gefrierfach geeignet.
Frisch geerntetes Material
Unmittelbar nach der Ernte ist das schnelle Einfrieren eine Spezialtechnik. Sie wird primär angewendet, um hochqualitative Extrakte wie Live Resin herzustellen. Ziel ist die maximale Terpen-Konservierung, was diesen Konzentraten einen unschlagbar frischen Geschmack verleiht.
Das bedeutet: Das Einfrieren ist hauptsächlich für die unmittelbare Weiterverarbeitung zu Extrakten oder die Langzeitkonservierung von Lebensmitteln sinnvoll. Für die alltägliche Aufbewahrung deiner Blüten ist die beste Methode die kühle, dunkle und luftdichte Lagerung zwischen 15 und 21 °C.
Frisches vs. getrocknetes Material: Die Wahl hängt vom Ziel ab
Wenn du jemand bist, der Extrakte höchster Güteklasse (wie Live Resin) herstellen möchte, ist frisch geerntetes Material die bevorzugte Wahl. Du musst allerdings extrem schnell handeln: Die Blüten sollten idealerweise unmittelbar nach dem Abschneiden in den Gefrierschrank, um die Inhaltsstoffe maximal zu konservieren. Sei dir jedoch bewusst, dass der hohe Wassergehalt die Buds anfälliger für die Bildung von Eiskristallen macht, was die Pflanzenstruktur schädigen kann.
Für die allgemeine Langzeitlagerung ist vollständig getrocknetes Cannabis meist besser geeignet. Es ist widerstandsfähiger gegen Verderb, falls es zu einem Strom- oder Geräteausfall kommt. Um das Risiko von Kondensation und damit Eiskristallen zu minimieren, musst du absolut sicherstellen, dass die Blüten vor dem Einfrieren keinerlei Restfeuchte mehr besitzen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Einfrieren von frischem Cannabis
Um die Potenz und die flüchtigen Terpene der frischen Ernte zu sichern, ist schnelles und präzises Vorgehen im Gefrierprozess nötig. Halte dich an diese drei entscheidenden Schritte:
Schritt 1: Schnelle Ernte und Vorbereitung
Führe nach der Ernte das Trimmen sofort durch und entferne nur die großen Blätter. Fasse die Buds nur am Stiel an und verwende Handschuhe, um die Harzdrüsen nicht zu beschädigen. Tupfe eventuelle Restfeuchtigkeit vorsichtig ab.
Schritt 2: Luftdichtes Verpacken
Verwende ausschließlich lebensmittelechte Vakuum- oder Gefrierbeutel. Fülle sie locker (max. zwei Drittel), um die Blüten nicht zu quetschen. Das Entfernen der gesamten Luft per Vakuum ist die beste Methode zur Vermeidung von Eiskristallen. Verschließe die Beutel anschließend sicher.
Schritt 3: Lagerung von Cannabis
Beschrifte jeden Beutel klar und deutlich mit Sorte und Datum. Lege das Material zügig bei mindestens -18 °C ins Gefrierfach. Vermeide es, die gefrorenen Beutel häufig zu bewegen oder zu schütteln, da die spröden Trichome sonst abbrechen und verloren gehen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Getrocknetes Cannabis einfrieren
Getrocknetes Material erfordert eine präzise Vorbereitung, bevor es dem Frost ausgesetzt wird. Da Kälte die wertvollen Trichome spröde macht und zu Bruch führt, muss das Vorgehen genau sein, um Qualitätseinbußen zu vermeiden.
1. Feuchtigkeitsgehalt sicherstellen
Feuchtigkeit ist der größte Feind beim Einfrieren, da sie Eiskristalle bildet, welche die Trichome zerstören. Die optimale Restfeuchte für die Langzeitlagerung sollte zwischen 55 % und 62 % liegen. Nutze ein Hygrometer zur Messung und korrigiere den Wert bei Bedarf durch Nachtrocknen oder mithilfe von Feuchtigkeitsregulatoren.
2. Vakuumieren als Notwendigkeit
Eine luftdichte Vakuumverpackung ist für den Erfolg unerlässlich. Sie schützt vor Sauerstoff und Gefrierbrand und bewahrt so Aroma und Wirkung. Fülle die Spezialbeutel nur zu etwa 75 % und vermeide jegliches Komprimieren.
3. Lagerbedingungen
Genauso wie beim Einfrieren von frischem Cannabis, empfehlen wir dir auch hier die Behälter klar mit Sorte und Datum zu beschriften. Verstaue sie im Gefrierschrank so, dass sie möglichst nicht bewegt werden – Reibung ist der schlimmste Feind.
Der richtige Auftauprozess
Das Auftauen ist genauso kritisch wie das Einfrieren selbst. Ein falscher Auftauprozess kann alle vorherigen Bemühungen zunichtemachen und zu Schimmelbildung, Kondensation oder Qualitätsverlust führen. Die Regel lautet: so langsam wie möglich.
Der ideale Auftauprozess beginnt im Kühlschrank bei 4-7°C. Lasse das eingefrorene Cannabis mehrere Stunden oder über Nacht in der versiegelten Verpackung akklimatisieren. Öffne die Behälter niemals im gefrorenen Zustand, da dies sofortige Kondensation verursacht.
Nach der ersten Auftauphase im Kühlschrank folgt die langsame Erwärmung auf Raumtemperatur. Dieser Schritt kann weitere 2-4 Stunden dauern, je nach Menge und Verpackung. Erst wenn das Material vollständig Raumtemperatur erreicht hat, sollten die Behälter geöffnet werden.