
Autoflower beschneiden: Mehr Ertrag oder mehr Stress?
Du hast dich für Autoflower entschieden – schnelle, unkomplizierte Pflanzen, die ohne viel Aufhebens vom Samen bis zur Ernte durchrauschen. Doch kaum sind sie aus der Erde gesprossen, stellt sich die Frage, die so manchen Grower ins Grübeln bringt: Solltest du diese Sprinter überhaupt beschneiden? Oder sabotierst du damit nur ihren rasanten Lebenszyklus? Lass uns gemeinsam ergründen, ob ein gezielter Schnitt deinen Ertrag steigert oder ob du deine Schere lieber stecken lassen solltest.
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Was genau ist mit dem Beschneiden von Cannabis Pflanzen gemeint?
Bevor wir klären, ob das Beschneiden von Autoflowering-Sorten sinnvoll ist, lass uns kurz festhalten, was wir unter Beschneiden verstehen: Beim Beschneiden von Cannabis entfernst du gezielt unproduktive oder beschädigte Teile deiner Cannabispflanze. Das Ziel ist, ein gesünderes und produktiveres Wachstum zu fördern. Das Entfernen unnötiger Blätter und Äste verbessert die Lichtdurchdringung und Luftzirkulation im Inneren der Pflanze erheblich. Dies beugt Schimmel vor und kommt besonders den unteren Blüten zugute. Zudem können die verbleibenden Blätter und Blüten mehr Nährstoffe aufnehmen, da die gesamte Energie der Pflanze auf die Blütenentwicklung umgelenkt wird. Das Ergebnis ist eine kräftigere Pflanze, die dichtere und potentere Blüten entwickelt. Es gibt insgesamt 3 verschiedene Techniken zum Beschneiden von Cannabis:
Topping
Topping oder Kappen ist eine Technik, die dazu dient, deine Cannabispflanze auf eine bestimmte Weise zu formen und zu lenken. Die Cannabispflanze hat einen dominanten Stamm an der Spitze, aus dem sich die Hauptblüte entwickelt. Darunter wachsen mehrere Seitenäste. Beim Topping wird die oberste Spitze dieses Hauptstammes abgeschnitten. Wenn die Pflanze dann weiterwächst, teilt sich der beschnittene Stamm in eine V-Form, wodurch sich statt eines Haupttriebes zwei neue Haupttriebe entwickeln.
Fimming
Fimming ist eine Methode, die dem Topping ähnelt, aber weniger radikal ist. Anstatt die gesamte Spitze der Pflanze zu entfernen, wird nur ein Teil (50-70 %) davon gekappt. Das Ziel ist auch hier, die Pflanze dazu anzuregen, mehrere Hauptblüten (Colas) zu entwickeln. Da der Hauptstamm weniger stark betroffen ist, ist Fimming für die Pflanze weniger stressig als Topping. Ein weiterer Vorteil ist, dass Fimming oft zur Bildung von vier Hauptcolas führt, während Topping in der Regel zwei hervorbringt.
Lollipopping
Im Gegensatz zu Topping und Fimming, die sich auf die Spitze der Pflanze konzentrieren, geht es beim Lollipopping darum, die unteren Bereiche deiner Cannabispflanze zu bearbeiten. Dort, wo wenig Licht hinkommt, werden die Zweige und Blüten entfernt. Diese Teile würden ohnehin nur kleine Blüten entwickeln und der Pflanze Energie entziehen, die besser in die gut beleuchteten Bereiche fließen sollte. Der Name Lollipopping kommt daher, dass die Pflanze nach dem Entfernen der unteren Äste und Blütenständen aussieht wie ein Lutscher: unten kahl, oben mit kräftigen Blüten.
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Kann man Autoflowering Cannabispflanzen beschneiden?
Es ist eine Frage, die viele Cannabisanbauer beschäftigt: Soll man Autoflowering-Pflanzen trainieren oder die Spitzen kappen? Die Meinungen gehen hier stark auseinander. Manche schwören darauf, andere warnen davor, weil es oft schiefgeht. Um das besser zu verstehen, müssen wir uns die besondere Genetik dieser Pflanzen ansehen.
Im Gegensatz zu normalen Cannabis Sorten, die erst blühen, wenn sich das Licht ändert, haben Autoflowering-Pflanzen die Gene von Cannabis Ruderalis. Diese spezielle Art blüht automatisch, sobald sie groß genug ist – unabhängig vom Lichtzyklus. Das ist praktisch, hat aber auch seine Tücken. Das Beschneiden der Pflanzen bedeutet Stress für sie. Bei normalen Pflanzen ist das kein Problem: Man lässt ihnen einfach länger Zeit zum Wachsen, damit sie sich erholen können. Das geht bei Autoflowering-Cannabis aber nicht immer, denn ihr Lebenszyklus ist fest vorgegeben.
Deshalb lassen viele Anbauer die Finger von Methoden wie dem Topping, Fimming oder Lollipopping. Denn wenn sich die Pflanze nicht rechtzeitig von diesem Stress erholt, kann das dazu führen, dass die Ernte kleiner ausfällt und die Qualität leidet. Trotz der Risiken entscheiden sich erfahrene Züchter bewusst dafür, ihre Autoflowering-Pflanzen zu beschneiden und zu trainieren. Warum? Weil sie wissen, dass diese Techniken bei richtiger Anwendung das Potenzial haben, den Ertrag erheblich zu steigern und die Qualität zu verbessern. Es erfordert jedoch ein gutes Gespür für die Pflanze und ein Verständnis für ihren individuellen Wachstumszyklus. Nicht jede Autoflowering-Sorte reagiert gleich auf Stress. Wer die Genetik seiner Pflanze kennt und die Anzeichen von Stress richtig deutet, kann das Risiko minimieren und das Beste aus seinen Autoflowern herausholen.

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Tipps für das erfolgreiche Beschneiden von Autoflower
Wenn das dein erster Autoflower-Anbau ist, ist es ratsam, die Gartenschere erstmal wegzulegen. Konzentriere dich stattdessen darauf, ein Gefühl für die Pflanzen und ihren natürlichen Wachstumszyklus zu bekommen. Hast du aber schon zwei bis drei erfolgreiche Ernten hinter dir, kannst du dich langsam an das Thema Beschneiden wagen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, diese Techniken nur bei jungen und gesunden Pflanzen anzuwenden. Pflanzen, die bereits unter Stress stehen – sei es durch zu viel oder zu wenig Wasser, Nährstoffmangel oder Schädlingsbefall – haben nicht die nötige Kraft, sich von einem zusätzlichen Eingriff zu erholen. Das könnte mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Beim Beschneiden von Autoflowering-Pflanzen ist zudem das Timing absolut entscheidend. Um unnötigen Stress während der Blütephase zu vermeiden, solltest du mit dem Beschneiden beginnen, sobald deine Pflanze drei bis vier Verzweigungen (Nodien) entwickelt hat. Die meisten Autoflower beginnen nämlich schon drei bis vier Wochen nach dem Keimen mit der Blüte. Wenn du die Pflanze kurz vor diesem Zeitpunkt stresst, kann das ihr Wachstum stören oder die Blütenbildung beeinträchtigen, was zu enttäuschenden Erträgen führen kann.
Schließlich ist es ratsam, mit den weniger stressigen Methoden anzufangen. Das Low Stress Training (LST) ist hierfür ideal. Erst wenn diese erfolgreich waren und deine Pflanzen gut darauf reagieren, kannst du dich beim nächsten Mal an stressigere Techniken wie Topping, Fimming oder Lollipopping wagen.
LST ist, wie der Name schon sagt, eine Trainingsmethode, die deine Pflanzen wenig belastet. Hierbei wird der Hauptstamm nur sanft gebogen, nicht beschnitten und mit Draht, Schnur oder Pfeifenreinigern fixiert. Mit der Zeit lernen die Pflanzen so, eher in die Breite als in die Höhe zu wachsen. Das sorgt dafür, dass alle Blütentriebe ausreichend Licht bekommen.
Wenn du diese Tipps befolgst, steht dem Beschneiden deiner Autoflower nichts im Wege!