Wie du mit Low-Stress-Training deine Erträge maximierst
Cannabis wächst von Natur aus wie ein Tannenbaum. Doch für deinen Ertrag ist das eher unvorteilhaft. Das meiste Licht verpufft an den obersten Blättern, während die unteren Triebe verkümmern. Mit Low-Stress-Training (LST) brichst du dieses veraltete Muster auf, ohne die Schere anzusetzen. Wie du mit dieser Technik höhere Erträge erreichen kannst, erfährst du hier.
Was ist Low-Stress-Training (LST)?
Low-Stress-Training gilt als eine der schonendsten Techniken, zur Ertragssteigerung deiner Cannabis Pflanzen. Das Prinzip des LST setzt direkt bei der tannenbaumartigen Wuchsform an, bei der die Pflanze ihre Ressourcen in die oberste Blüte investiert. Indem du die Zweige vorsichtig biegst und fixierst, überlistest du diesen Mechanismus und verteilst die Wachstumskraft der Pflanze auf alle verfügbaren Triebe. Statt kleiner, minderwertiger Blüten im unteren Bereich regst du die Pflanze dazu an, ihre Energie in die Breite zu leiten. So erschaffst du ein flaches Kronendach, bei dem jeder Zweig die maximale Lichtintensität abgreift und zu einer erstklassigen Blüte heranreift. Da du dabei völlig gewaltfrei vorgehst und kein Gewebe verletzt, bleibt die Pflanze ohne Wachstumsstopps vital, während die Lichteffizienz und der finale Ertrag drastisch in die Höhe schießen.
Vorteile des Low-Stress-Trainings
Was bringt dir Low-Stress-Training konkret? Hier siehst du die wichtigsten Vorzüge dieser Methode auf einen Blick:
- Mehr Top-Buds: Du maximierst die Anzahl deiner Hauptblütenstände und holst so das absolute Maximum an Gewicht aus deiner Ernte heraus.
- Gleichmäßige Belichtung: Jeder Trieb bekommt die volle Dosis Licht ab, da du das Kronendach flach hältst und so für eine homogene Ausleuchtung sorgst.
- Schonende Methode: Im Vergleich zu radikalen Techniken bleibt die Pflanze unversehrt, was das Risiko für Krankheiten oder Schockzustände minimiert.
- Anfängerfreundlich: Du benötigst keine Spezialausrüstung und keine jahrelange Erfahrung, um mit LST sofort sichtbare Erfolge zu erzielen.
- Platzwunder: LST ist der Retter bei wenig Platz, da du die Höhe und Breite deiner Pflanze aktiv steuerst - ideal für kompakte Indoor-Grows.
Wann sollte man LST durchführen?
Der beste Moment für den Start mit LST ist die frühe Wachstumsphase, meist etwa zwei bis drei Wochen nach der Keimung. Sobald deine Pflanze drei bis fünf Blattpaare (Nodien) gebildet hat, sind die Triebe lang genug zum Biegen und noch herrlich flexibel. Aber warte nicht zu lange, denn je älter die Pflanze wird, desto holziger und brüchiger werden die Stängel. Das wiederum erhöht das Risiko für Risse. Ein früher Start garantiert dir, dass du die Form von Anfang an präzise lenken kannst.
Schritt-für Schritt Anleitung: So meisterst du LST
Für das Low-Stress-Training brauchst du lediglich eine Handbohrmaschine oder Lochzange für die Ankerpunkte sowie weichen, gummierten Pflanzendraht. Vermeide dünne Schnüre, da diese wie Messer in das wachsende Gewebe einschneiden können.
1. Löcher in den Topf bohren
Bohre zuerst mit einer Handbohrmaschine oder einer Lochzange kleine Löcher in den Rand deines Topfes. Diese Löcher dienen als Ankerpunkte, um die Zweige später mit Draht festzubinden. Bei Stofftöpfen kannst du den Draht einfach direkt durch das Material fädeln.
2. Den Hauptstamm herunterbinden
Biege den Hauptstamm der jungen Pflanze vorsichtig zum Topfrand, bis er fast waagerecht über der Erde liegt. Fixiere ihn in dieser Position mit dem Pflanzendraht an einem der gebohrten Löcher. Gehe dabei extrem behutsam vor, um den Stamm nicht zu knicken. Falls er doch leicht anknackst, stabilisiere die Stelle einfach mit etwas Klebeband.
3. Seitentriebe sternförmig fixieren
Sobald der Hauptstamm liegt, werden die Seitenzweige verstärkt nach oben wachsen. Binde auch diese Triebe nach außen zum Topfrand hinunter, sobald sie lang genug sind. Ziel ist es, die Pflanze wie einen Stern aufzufächern, damit jeder Zweig den gleichen Platz und das volle Licht bekommt.
4. Regelmäßig nachjustieren
Kontrolliere alle paar Tage das Wachstum und passe die Drähte an. Triebe, die über das restliche Blätterdach hinausragen, bindest du konsequent wieder auf die gleiche Höhe herunter. So hältst du das Kronendach ebenmäßig und stellst sicher, dass keine Stelle im Schatten liegt.
5. Training zur Blüte beenden
Stoppe das aktive Herunterbinden, sobald die Pflanze in die volle Blütephase übergeht. Die Pflanze braucht jetzt unbedingt Ruhe, um ihre gesamte Energie in die Produktion der Blüten zu stecken.
Kann ich LTS auch bei Autoflower anwenden?
Low-Stress-Training ist für Autoflowering-Sorten sogar besonders empfehlenswert. Im Gegensatz zu High-Stress-Methoden wird das Wachstum nicht gehemmt. Da du die Pflanze lediglich führst, statt sie zu verletzen, bleibt sie vital und schiebt ihre Energie sofort in die Ausbildung zahlreicher Haupt-Colas. Beginne hier besonders früh, am besten schon ab der dritten Nodie, um das kurze Zeitfenster der vegetativen Phase der Autoflowers optimal zu nutzen.