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Cannabis fermentieren

Du hast deine Ernte eingeholt. Jetzt kommt der Schritt, den viele überspringen und dies hinterher bereuen: Das Fermentieren. Ob du es Curing, Aushärten oder einfach Fermentieren nennst, das Prinzip bleibt gleich. Der Unterschied zu eilig getrocknetem Material ist deutlich, im Geruch wie im Rauch.

Warum fermentiert man Cannabis?

Frisch geerntetes Cannabis ist noch nicht fertig. Die Blüten enthalten Chlorophyll, Zucker und überschüssige Feuchtigkeit, das macht den Rauch rau, den Geschmack grasig und das Aroma flach. Fermentieren löst genau das.

Während des Prozesses bauen Enzyme und natürliche Mikroorganismen diese Stoffe schrittweise ab. Am Ende bleibt weicherer Rauch, volleres Aroma, stabilere Qualität und ein Cannabis, das sich bis zu zwei Jahre hält.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Geschmack und Aroma werden deutlich besser
  • Der Rauch wird weicher und weniger reizend
  • Schimmelbildung wird verhindert, wenn du es richtig machst
  • Haltbarkeit steigt auf bis zu zwei Jahre
  • Terpene und Potenz bleiben erhalten

Was passiert beim Fermentieren?

Die meisten wissen, dass Fermentieren den Geschmack verbessert. Aber was passiert dabei eigentlich im Glas?

Chlorophyll ist der Hauptschuldige für den scharfen, grasigen Geschmack bei frisch getrocknetem Cannabis. Beim Fermentieren bauen Enzyme es schrittweise ab. Je länger du wartest, desto runder und milder wird der Geschmack.

Terpene profitieren ebenfalls. Die Aromastoffe, die dem Weed seinen Geruch und Charakter geben, entwickeln sich im Glas weiter. Ein frisch getrockneter Bud und derselbe Bud nach acht Wochen Curing riechen wie zwei verschiedene Sorten.

Dazu kommt der Feuchtigkeitsausgleich. Die Restfeuchtigkeit verteilt sich gleichmäßig in den Blüten, und genau das verhindert Schimmelbildung im Inneren, die von außen oft unsichtbar bleibt, bis es zu spät ist.

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Cannabis trocknen: der erste Schritt vor dem Fermentieren

Fermentieren und Trocknen sind nicht dasselbe, und Trocknen kommt immer zuerst. Wer zu feuchtes Cannabis direkt ins Glas steckt, züchtet Schimmel statt Qualität.

So erkennst du, ob dein Cannabis trocken genug ist:

  • Die äußere Schicht der Buds fühlt sich trocken an
  • Kleinere Äste brechen mit einem hörbaren Knack statt sich zu biegen (Stiel-Knack-Test)
  • Die Buds sind außen trocken, innen aber noch minimal feucht

Plane 5 bis 10 Tage Trocknungszeit ein, bei 15 bis 21 °C und 45 bis 55 % Luftfeuchtigkeit. Häng die Buds kopfüber in einen dunklen, gut belüfteten Raum. Erst wenn der Stiel-Knack-Test positiv ausfällt, geht es ans Fermentieren.

Wie das richtige Trocknen Schritt für Schritt funktioniert, zeigt unser Guide Cannabis trocknen und aushärten.

So gehst du vor: Schritt für Schritt

Schritt 1: Das richtige Gefäß wählen

Luftdichte Glasgefäße sind die erste Wahl. Weck-Gläser oder Mason Jars funktionieren hervorragend. Plastikbehälter sind weniger geeignet, weil sie Gerüche aufnehmen und nicht so zuverlässig abdichten.

Empfehlenswerte Größen:

  • 0,5-Liter-Gläser für kleinere Mengen
  • 1-Liter-Gläser für mittlere Erntemengen

Leg ein Mini-Hygrometer mit ins Glas, dann siehst du die Luftfeuchtigkeit auf einen Blick, ohne raten zu müssen.

Schritt 2: Befüllen und verschließen

Fülle die Gläser zu etwa 75 %, mehr nicht. Der verbleibende Luftraum ist für die Fermentation wichtig. Verschließe die Gläser luftdicht und stelle sie an einen kühlen, dunklen Ort (15–20 °C). Direkte Sonneneinstrahlung und Wärme bauen Terpene ab. Also weg vom Fensterbrett.

Schritt 3: Die Lüftungs-Routine (Burping)

Das "Burping" ist das Herzstück des Prozesses. Dabei öffnest du die Gläser, lüftest Feuchtigkeit und CO₂ ab und lässt frische Luft rein.

Zeitraum | Häufigkeit | Dauer
Woche 1–2 | Täglich | 15–20 Minuten
Woche 3–4 | Alle 2–3 Tage | 10–15 Minuten
Woche 5–7 | Wöchentlich | 10 Minuten
Ab Woche 8 | Monatlich | 5–10 Minuten

Tipp: Beim Öffnen kannst du direkt riechen, ob alles stimmt. Frischer, blumiger oder erdiger Duft ist ein gutes Zeichen. Ammoniak-Geruch oder Muffigkeit bedeuten dagegen zu viel Feuchtigkeit, dann solltest du sofort handeln.

Schritt 4: Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Die ideale Luftfeuchtigkeit im Glas liegt bei 58–62 % RLF. Steigt sie über 70 %, droht Schimmel. Fällt sie unter 55 %, trocknet das Material aus und Terpene gehen verloren.

Als praktische Helfer halten Boveda-Packs (62 %) die Feuchtigkeit automatisch im optimalen Bereich. Einfach mit ins Glas legen, fertig, kein ständiges Nachmessen nötig.

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Alternative: Cannabis fermentieren ohne Glas

Wer größere Mengen hat oder keine Glasgefäße zur Hand hat, findet in Boveda- oder TerpLoc-Bags eine solide Alternative. Die Bags regulieren die Luftfeuchtigkeit automatisch und sind platzsparender als Gläser.

Vorteile:

  • Mehr Platz für größere Mengen
  • Keine Glasbruch-Gefahr
  • Automatische Feuchtigkeitsregulierung

Nachteile:

  • Weniger Kontrolle als Glas mit Hygrometer
  • Riechprobe beim Öffnen ist weniger präzise

Für kleinere Mengen und maximale Kontrolle bleiben Glasgefäße die bessere Wahl.

Wie lange Cannabis fermentieren?

Das kommt ganz darauf an, was dir wichtig ist.

Phase | Dauer | Ergebnis
Mindest-Curing | 2 Wochen | Chlorophyll abgebaut, Qualität verbessert
Standard | 4 Wochen | Guter Geschmack, weicherer Rauch
Empfohlen | 6–8 Wochen | Vollständige Terpen-Entwicklung
Premium | 3–6 Monate | Maximale Qualität, komplexes Aroma

Unser Fazit: Mindestens 4 Wochen, besser 6–8 Wochen. Wer wirklich wissen will, was seine Ernte drauf hat, gibt ihr die Zeit, die sie verdient.

Fehler & häufige Probleme

Schimmelbildung

Zu viel Feuchtigkeit ist die häufigste Ursache für Schimmel beim Fermentieren. Erkennbar ist er an einem weißen, flauschigen Belag auf den Buds oder einem muffig-ammoniakartigen Geruch. Bei ersten Anzeichen solltest du sofort handeln, die betroffenen Buds entfernen und den Rest kurz an der Luft trocknen lassen.

Wie du Schimmel sicher erkennst und was du dagegen tun kannst, liest du im Guide Cannabis Schimmel erkennen und vermeiden.

Cannabis war beim Einlegen noch zu feucht

Wenn du innerhalb der ersten 24–48 Stunden Kondensation an der Glaswand siehst oder ein unangenehmer Geruch entsteht, war das Cannabis noch zu feucht. Öffne in dem Fall das Glas, leg die Buds für 1–2 Stunden auf einem Handtuch aus und füll sie anschließend zurück ins Glas.

Zu trockenes Material

Fällt die Luftfeuchtigkeit unter 55 %, wird das Cannabis bröckelig und Terpene verdampfen. Leg dann ein Boveda-Pack ins Glas und verschließ es wieder. Die Feuchtigkeit pendelt sich nach kurzer Zeit wieder ein.

Kann man Cannabis zu lange fermentieren?

Bis zu 6 Monate kann Curing eine Qualitätssteigerung sein, danach werden Cannabinoide und Terpene merklich abgebaut. Also kein Stress, aber auch nicht für immer vergessen.

Cannabis richtig lagern nach dem Fermentieren

Wenn der Prozess abgeschlossen ist, wechselst du in den Lager-Modus. Licht, Wärme und Sauerstoff sind jetzt die Feinde deiner Buds.

Ideale Lagerbedingungen:

  • Temperatur: unter 21 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 58–62 % RLF
  • Vollständig dunkel (UV-Strahlung baut Cannabinoide ab)
  • Luftdicht verschlossen

Mit den richtigen Aufbewahrungsprodukten hält dein fermentiertes Cannabis problemlos bis zu zwei Jahre ohne Qualitätsverlust.

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FAQ: Cannabis fermentieren

Wie lange muss man Cannabis fermentieren?

Mindestens 2 Wochen, das ist das absolute Minimum. Empfohlen werden 4–8 Wochen für wirklich guten Geschmack und weichen Rauch. Wer Geduld mitbringt und auf Premiumqualität aus ist, fermentiert 3–6 Monate.

Bei welcher Luftfeuchtigkeit Cannabis fermentieren?

Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 58–62 % RLF. Steigt sie über 70 %, droht Schimmel. Fällt sie unter 55 %, trocknet das Material aus. Boveda-Packs mit 62 % sind das einfachste Mittel, um diesen Bereich ohne viel Aufwand zu halten.

Welche Temperatur ist ideal zum Cannabis fermentieren?

Der optimale Bereich liegt zwischen 15 und 20 °C. Wärmer beschleunigt den Prozess, geht aber auf Kosten der Terpenqualität. Zu kalt verlangsamt die Fermentation deutlich. Ein kühler Keller oder Schrank ohne direkte Sonneneinstrahlung ist ideal.

Wie oft muss man die Gläser beim Fermentieren öffnen?

In den ersten zwei Wochen täglich für 15–20 Minuten, das nennt man Burping. Ab Woche 3 reicht es alle 2–3 Tage, ab Woche 5 wöchentlich. Nach 8 Wochen genügt einmal im Monat.

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis fermentieren und aushärten?

Fermentieren, Aushärten und Curing bezeichnen denselben Prozess. Der englische Begriff "Curing" ist international verbreitet, inhaltlich aber identisch mit "Fermentieren" oder "Aushärten" auf Deutsch. Gemeint ist immer das kontrollierte, langsame Reifen in luftdichten Behältern.

Gras fermentieren: funktioniert das auch mit komplett ausgetrocknetem Cannabis?

Nein. Fermentieren funktioniert nur, wenn noch eine Restfeuchtigkeit von etwa 10–15 % vorhanden ist. Komplett ausgetrocknetes Weed hat diese Grundlage nicht mehr, der biochemische Prozess kann schlicht nicht starten. Deshalb ist richtiges Trocknen vor dem Fermentieren so wichtig.