Wie lange Cannabis trocknen?
Das ist die meistgestellte Frage, und ehrlich gesagt kommt es darauf an.
Faktor | Einfluss auf die Trocknungszeit
Hohe Luftfeuchtigkeit (über 60 %) | Verlängert die Trocknungszeit deutlich
Niedrige Luftfeuchtigkeit (unter 45 %) | Verkürzt die Trocknungszeit, Terpenqualität leidet
Temperatur über 22 °C | Beschleunigt Trocknung, Terpenverlust steigt
Große, dichte Buds | Trocknen langsamer als kleine, lockere Buds
Nass-getrimmt | Trocknet schneller als trocken-getrimmt
Als Richtwert gilt: 7–14 Tage bei 15–21 °C und 45–55 % RLF. Drei bis vier Tage sind fast immer zu wenig. Mehr als zwei Wochen werden selten gebraucht.
Der verlässlichste Check ist der Stiel-Knack-Test. Brich einen kleinen Ast ab. Lässt er sich leicht knacken, statt sich zu biegen, ist der erste Schritt abgeschlossen. Biegt er sich noch elastisch, warte mindestens ein bis zwei Tage.
Woran erkenne ich, dass Cannabis fertig getrocknet ist?
Drei Zeichen sagen dir, ob dein Cannabis bereit für den nächsten Schritt ist.
Der Stiel-Knack-Test ist der verlässlichste Check. Brich einen kleinen Zweig ab. Knackt er sauber durch, statt sich zu biegen, ist das Cannabis bereit. Biegt er sich noch elastisch, warte mindestens ein bis zwei Tage.
Optisch und haptisch sollten die Buds sich trocken anfühlen, nicht klebrig. Sie haben leicht an Volumen verloren, fühlen sich aber nicht knochentrocken oder bröckelig an. Knochentrockene Buds sind bereits zu weit getrocknet.
Als dritter Check hilft das Hygrometer. Leg eine Blüte in ein verschlossenes Glas und warte eine Stunde. Zeigt das Hygrometer über 70 % RLF an, braucht das Cannabis noch Zeit. 58–62 % ist das Ziel.
Das Aushärten deiner Cannabisblüten
Nach dem Trocknen folgt der letzte Schritt. Beim Aushärten (auch Curing oder Fermentieren genannt) reift das Cannabis in luftdichten Behältern kontrolliert nach. Chlorophyllreste bauen sich weiter ab, das Terpenprofil entwickelt sich, der Rauch wird weicher.
So gehst du vor:
- Getrocknete Buds in saubere, luftdichte Glasgefäße füllen (Einmachgläser oder Mason Jars)
- Gläser zu etwa 75 % befüllen, zu voll verhindert nötige Luftzirkulation
- An einem kühlen, dunklen Ort lagern (15–20 °C)
- In den ersten zwei Wochen täglich für 10–15 Minuten öffnen (Burping), ab Woche 3 alle 2–3 Tage
- Luftfeuchtigkeit im Glas bei 58–62 % halten. Ein kleines Hygrometer erspart dir viel Rätselraten
Der Prozess dauert mindestens 2 Wochen, besser 4–8 Wochen. Wer Geduld hat und auf Premiumqualität aus ist, fermentiert 3–6 Monate.
Wie Fermentieren, Burping-Zeitpläne und häufige Fehler im Detail funktionieren, liest du im Guide Cannabis fermentieren.
Häufige Fehler beim Trocknen
Zu wenig Zeit
Das ist der klassischste Fehler, und er kostet dich den Großteil der Qualität. Chlorophyll braucht Zeit, um sich abzubauen, und diese Zeit lässt sich nicht beschleunigen. Buds, die nach vier Tagen ins Glas wandern, schmecken grasig, riechen streng und brennen ungleichmäßig ab. Plane mindestens 7 Tage ein, besser 10 bis 14, je nach Luftfeuchtigkeit und Bud-Größe.
Zu hohe Temperaturen
Ab ungefähr 25 °C werden Terpene flüchtig und gehen in die Raumluft über, statt im Bud zu bleiben. Wer in einer warmen Wohnung ohne Klimaanlage trocknet, verliert auf diese Weise schleichend Aroma und Potenz, ohne es im ersten Moment zu merken. Ein kühler Keller, ein Nordzimmer oder ein gut isolierter Schrank helfen spürbar, die Temperatur stabil im Zielbereich zu halten.
Direktwind auf die Buds
Ein Ventilator, der direkt auf die Blüten bläst, trocknet die Außenseite zu schnell. Die Hülle wirkt dann äußerlich fertig, innen bleibt aber Restfeuchtigkeit, aus der sich unbemerkt Schimmel entwickeln kann. Richte den Ventilator deshalb immer auf die Raumluft, nie direkt auf die Buds, damit die Feuchtigkeit gleichmäßig aus dem Inneren nach außen abgegeben werden kann.
Schimmelbildung
Schimmel ist das größte Risiko beim Trocknen und kann innerhalb weniger Tage eine ganze Ernte ruinieren. Erkennbar ist er an einem weißen, flauschigen Belag auf den Buds oder an einem muffig-süßlichen Geruch, der sich deutlich vom typischen Cannabis-Aroma abhebt. Bei ersten Anzeichen solltest du sofort handeln, die betroffenen Buds isolieren, die Luftfeuchtigkeit im Raum senken und die Luftzirkulation erhöhen.
Wie du Schimmel sicher erkennst und was du dagegen tun kannst, liest du im Guide Cannabis Schimmel erkennen und vermeiden.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Trockenraum
Über 60 % RLF steigt das Schimmelrisiko deutlich an, unter 40 % trocknen die Buds dagegen zu schnell aus und verlieren einen großen Teil ihrer Terpene. Der Sweetspot liegt bei 45–55 %, und ein günstiges Hygrometer im Raum gibt dir jederzeit Sicherheit. Den Zusammenhang zwischen Cannabis und Luftfeuchtigkeit haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt.
Nach dem Trocknen: Richtig aufbewahren
Wenn Trocknen und Aushärten abgeschlossen sind, geht es um die Lagerung. Vier Punkte sind dafür entscheidend:
- Luftdicht verpackt, Sauerstoff baut Cannabinoide ab
- Dunkel gelagert, UV-Strahlung greift Terpene und Cannabinoide an
- Unter 21 °C, Wärme beschleunigt den Abbau
- Luftfeuchtigkeit 58–62 % RLF im Behälter
Mit den richtigen Aufbewahrungsprodukten hält fermentiertes Cannabis problemlos ein bis zwei Jahre ohne Qualitätsverlust.