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Cannabis Wachstumsphase: Was es zu beachten gibt

Die Wachstumsphase entscheidet, womit du in die Blüte gehst. Wer hier sauber arbeitet, geht mit gesunden, kräftigen Pflanzen rein. Wer schludert, kämpft in der Blüte mit Problemen, die sich jetzt noch leicht hätten beheben lassen. Wie lange die Vegetationsphase dauert, welche Hebel du bei Lichtzyklus, Nährstoffen und Training hast und worauf du Indoor wie Outdoor achten solltest, erklären wir in diesem Artikel.

Was ist die Wachstumsphase bei Cannabis?

Die Wachstumsphase, auch Vegetationsphase genannt, ist die Zeit zwischen Keimung und Blüte. Sobald der Sämling seine ersten echten Blätter zeigt, beginnt sie. Die Pflanze konzentriert sich jetzt ausschließlich auf Volumen, sie baut Blattmasse auf, stärkt die Stängel und breitet das Wurzelsystem aus. Cannabinoide und Terpene spielen noch keine Rolle, das kommt erst in der Blüte.

Im Unterschied zur Blütephase sind Probleme hier noch gut korrigierbar. Nährstoffmangel, Überwässerung oder eine falsche Temperatur lassen sich in der Vegetationsphase ohne großen Ertragsverlust beheben, während jede Verzögerung in der Blüte direkt Ernte kostet.

Neu im Grow? Unsere Cannabis Anbau Anleitung für Anfänger gibt dir den kompletten Überblick über alle Phasen vom Samen bis zur Ernte.

Wie lange dauert die Wachstumsphase? Woche für Woche

Die Dauer der Vegetationsphase ist nicht fix. Indoor kannst du sie aktiv steuern, Outdoor bestimmt die Natur.

Typische Dauer:

  • Indoor: 4–8 Wochen (du entscheidest durch Lichtumstellung)
  • Outdoor: Frühjahr bis Spätsommer (ca. Mai bis August/September)
  • Autoflowering: 3–4 Wochen, automatisch und ohne Lichtumstellung

Woche für Woche im Überblick:

Woche 1–2 (Sämlingsphase / Übergang): Die ersten Finger-Blätter zeigen sich. Die Pflanze ist noch empfindlich, wächst aber spürbar. Keine Überdüngung in dieser Phase, das Substrat liefert genug.

Woche 2–4 (Frühes Vegetationswachstum): Jetzt passiert das meiste Wachstum, die Pflanze legt in manchen Fällen wöchentlich deutlich an Höhe und Masse zu. Wenn der Topf zu klein wird, ist das der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen, und du kannst mit Stickstoff-betontem Dünger starten.

Woche 4–6 (Mittlere Vegetationsphase): Die Pflanze ist robust genug für Trainings-Eingriffe wie Topping oder LST. Stängel sind kräftig, das Wurzelsystem ist etabliert. Indoor planst du jetzt, wann du auf 12/12 umstellst.

Woche 6–8 (Späte Vegetationsphase): Die Pflanze hat ihre Endgröße für die Vegetationsphase fast erreicht. Bei manchen Sorten fangen die ersten Vorblüten an, sich zu zeigen. Das ist das Signal, dass der Wechsel in die Blüte bald ansteht oder dass du ihn bewusst einleiten kannst.

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Was du beim Indoor-Anbau beachten solltest

Beim Indoor-Anbau hast du fast vollständige Kontrolle über deine Pflanzen, und damit auch die volle Verantwortung. Du replizierst drinnen, was die Natur draußen automatisch liefert.

Lichtzyklus: In der Wachstumsphase gilt 18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit (18/6). Das signalisiert der Pflanze Sommer, sie wächst, blüht aber nicht. Hochwertige LED- oder MH-Lampen liefern das nötige Lichtspektrum für gleichmäßiges Wachstum.

Temperatur: Tagsüber 22–28 °C, nachts etwas kühler. Zu hohe Temperaturen über 30 °C verlangsamen das Wachstum und begünstigen Schädlinge. Unseren ausführlichen Guide zu Cannabis Temperatur findest du hier.

Luftfeuchtigkeit: 40–60 % in der Vegetationsphase. Zu trocken = Stress, zu feucht = Schimmelrisiko. Die optimale Steuerung erklärt unser Artikel zu Cannabis Luftfeuchtigkeit.

Belüftung: Für gute Luftzirkulation sorgen. Frische Luft bringt CO₂ für die Photosynthese, verhindert Hitzestau und stärkt die Stängel durch Bewegung. Ein Aktivkohlefilter im Belüftungssystem hilft, Gerüche zu kontrollieren.

Was du beim Outdoor-Anbau beachten solltest

Draußen macht die Natur das meiste. Die Vegetationsphase beginnt im Frühjahr, wenn die Tage länger als die Nächte sind und die Pflanzen mehr als 12 Stunden Sonnenlicht bekommen. Ab Spätsommer, wenn die Tage kürzer werden, gehen die Pflanzen automatisch in die Blüte über.

Der Aufwand hält sich in Grenzen, weil die Natur bei Licht, Temperatur und Bewässerung das meiste übernimmt. Dafür hast du weniger Kontrolle. Outdoor-Pflanzen sind anfälliger für Schädlinge, Tiere und Pilzinfektionen bei feuchtem Wetter.

Praktische Tipps für Outdoor:

  • Biologische Schädlingsbekämpfung einsetzen, bevor Probleme entstehen
  • Begleitpflanzen wie Basilikum oder Lavendel halten viele Insekten fern
  • Netze und Zäune gegen Vögel und Nagetiere
  • Bei anhaltender Feuchtigkeit auf Schimmel an den Blättern achten

Bewässerung & Nährstoffe in der Vegetationsphase

Überwässerung ist der häufigste Anfängerfehler. Wurzelfäule entsteht schnell und ist schwer rückgängig zu machen. Faustregel: Erst gießen, wenn die oberste Erdschicht bis zum Fingerknöchel trocken ist. Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 verwenden, das hält die Nährstoffaufnahme optimal.

Makronährstoffe in der Vegetationsphase:

  • Stickstoff (N): Wichtigster Nährstoff in der Wachstumsphase. Fördert Blatt- und Stängelbildung.
  • Phosphor (P): Unterstützt die Wurzelentwicklung.
  • Kalium (K): Stärkt die allgemeine Pflanzengesundheit und Krankheitsresistenz.

Sekundäre Nährstoffe: Kalzium, Magnesium und Schwefel runden das Profil ab. Kalzium reguliert den pH-Wert im Substrat, Magnesium ist essenziell für die Photosynthese, Schwefel fördert die Chlorophyllproduktion.

Lieber zu wenig als zu viel. Eine Nährstoffsperre durch Überdüngung ist in der Vegetationsphase das zweithäufigste Problem nach Überwässerung. Organische Dünger bauen sich langsam ab und hinterlassen seltener Probleme als mineralische Schnellwirker.

Unseren ausführlichen Guide zu Nährstoffproblemen findest du im Artikel zu Hanf Überdüngung.

Training-Techniken in der Vegetationsphase

Die Vegetationsphase ist der richtige Zeitpunkt für Trainings-Eingriffe. Das Ziel ist immer dasselbe, nämlich mehr Licht auf mehr Blütenpunkte zu bringen und damit den Ertrag zu steigern. Zu jeder Methode gibt es einen eigenen Guide.

Cannabis beschneiden (Topping, Fimming): Beim Topping wird der Haupttrieb gekappt, die Pflanze reagiert mit zwei neuen Haupttrieben statt einem. Das erzeugt einen buschigeren Wuchs mit mehr Blütenpunkten. Erst ab Woche 4–5 sinnvoll, wenn die Pflanze stabil ist.

Low Stress Training (LST): Äste werden sanft in eine horizontale Position gebogen und fixiert. Kein Schnitt, kein Stress, ideal auch für empfindlichere Autoflower-Sorten. Kann früh in der Vegetationsphase beginnen.

SCROG (Screen of Green): Ein Gitternetz wird über die Pflanzen gespannt. Triebe werden durch die Maschen geführt, sodass ein gleichmäßiges, flaches Blätterdach entsteht. Gut für Indoor-Grows mit begrenzter Höhe.

Sea of Green (SOG): Viele kleine Pflanzen werden eng gesetzt und früh in die Blüte geschickt. Kürzere Vegetationsphase, schnellerer Erntezyklus, dafür mehr Pflanzen.

Für Autoflower-Sorten gelten andere Regeln: Wegen der kurzen, zeitgesteuerten Lebensphase sind invasive Eingriffe wie Topping riskant. Mehr dazu im Autoflower beschneiden-Guide.

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Wann endet die Wachstumsphase?

Der Übergang von der Vegetationsphase in die Blüte wird durch den Lichtzyklus ausgelöst. Bei Autoflowering läuft das automatisch über das Alter der Pflanze.

Indoor: Du steuerst den Wechsel durch Umstellung auf 12/12 (12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit). Die Pflanze interpretiert das als Herbstbeginn und startet die Blütenproduktion. Dieser Schritt erfolgt typischerweise nach 4 bis 8 Wochen Vegetationsphase.

Outdoor: Die Pflanze wechselt selbstständig, wenn die Tageslichtlänge unter ca. 12 Stunden fällt, in Deutschland meist ab Mitte August.

Erste Anzeichen der Vorblüte:

  • Streckwachstum: Die Pflanze wächst nochmal schnell in die Höhe
  • Erste kleine weiße Härchen (Pistillen) bei Weibchen an den Knoten
  • Erste Pollensäcke bei Männchen

Wie du die Vorblüte erkennst und was du beim Übergang beachten musst, erklärt unser Artikel zur Cannabis Vorblüte im Detail.

FAQ: Häufige Fragen zur Cannabis Wachstumsphase

Wie lange dauert die Wachstumsphase bei Cannabis?

Die Wachstumsphase dauert bei Indoor-Pflanzen typischerweise 4 bis 8 Wochen. Den Übergang in die Blüte steuerst du durch Umstellung des Lichtzyklus auf 12/12. Outdoor-Pflanzen wachsen von Frühjahr bis Spätsommer vegetativ. Autoflowering-Sorten haben eine verkürzte Vegetationsphase von nur 3 bis 4 Wochen und wechseln ohne Lichtumstellung in die Blüte.

Wie viel Licht braucht Cannabis in der Vegetationsphase?

In der Wachstumsphase benötigt Cannabis 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit pro Tag. Dieses Verhältnis signalisiert der Pflanze Sommer und hält sie in der Vegetationsphase. Hochwertige LED- oder MH-Lampen mit vollem Lichtspektrum liefern die beste Grundlage für gleichmäßiges, kräftiges Wachstum.

Welche Nährstoffe braucht Cannabis in der Wachstumsphase?

In der Vegetationsphase ist Stickstoff der wichtigste Makronährstoff, er fördert Blatt- und Stängelbildung. Ergänzt wird er durch Phosphor für die Wurzelentwicklung und Kalium für die allgemeine Pflanzengesundheit. Kalzium, Magnesium und Schwefel als Sekundärnährstoffe runden das Profil ab. Weniger ist mehr: Überdüngung führt zur Nährstoffsperre.

Wann wechselt Cannabis von der Wachstums- in die Blütephase?

Indoor wechselt Cannabis in die Blütephase, sobald du den Lichtzyklus auf 12/12 umstellst, also 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Outdoor passiert das automatisch, wenn die Tage im Spätsommer kürzer werden. Erste Anzeichen sind das Streckwachstum und die Bildung von Pistillen oder Pollensäcken an den Knoten.